AKTUELLES Workshop "ERINNERN, SCHREIBEN, ENTDECKEN"

Schreibend Biografie entdecken war die Idee für ein Wochenendseminar des Frauenzentrums Weiberwirtschaft. Die Ausstellung "Wir müssen schreien, sonst hört man uns nicht. Frauenwiderstand in der DDR der 1980er Jahre“ der Robert-Havemann-Gesellschaft lieferte die  Anregung. Angesprochen waren Frauen, die an ihrer eigenen Geschichte schreiben und diese dadurch (neu) in den Blick oder ‚in Besitz‘ nehmen wollen, die gemeinsam aus verschiedenen Perspektiven Geschichte(n)  erinnern und kreativ entdecken wollten.

Der Workshop sollte ein Anfang sein um daraus gemeinsam nächste Schritte entwickeln zu können: Weitere Workshops, vielleicht Schreibwerkstätten, die Publikation der Ergebnisse, online oder print oder ganz anders. Um letztlich Geschichten und vielfältige Lebensweisen sichtbar zu machen. Vor allem auch jene, die in der medialen Aufmerksamkeit bisher wenig beleuchtet geblieben sind.


Die Herangehensweise ist, dass zunächst die Methode des Kreativen Schreibens mit verschiedenen Übungen erprobt wird um dann damit Biographie, die eigene oder andere, in den Blick  nehmen zu können. Grundlage sind Schreibregeln und -übungen von Natalie Goldberg, einer US-amerikanischen Schriftstellerin und Schreiblehrerin. Diese sollen dazu anregen, die Hand immer in Bewegung zu halten, nichts zu streichen, sich (zunächst) nicht um Orthografie und Grammatik zu kümmern, sich treiben zu lassen, nicht vorab kontrollierend über den Text und das Schreiben nachzudenken. Denken und Schreiben sollen sich dadurch möglichst annähern (vgl. Nathalie Goldberg 2006: Schreiben in Cafés). Das Kreative Schreiben erfordert keinerlei Vorkenntnisse. Einzig Lust darauf, sich mit dem Schreiben und mit Biografie auseinanderzusetzen.


Es geht dabei nicht darum zu vermitteln, 'wie Geschichte zu schreiben ist', also weder um normative noch formale Rahmensetzungen. Vielmehr werden über das Kreative Schreiben Impulse gesetzt, die uns dazu bringen können, Geschichten, die wir in uns tragen, zu formulieren und damit zu entdecken. Dies für uns selber oder um sie (mit) zu teilen.
Die unten stehenden Texte sind bei einer Schreibübung entstanden, in der Satzanfänge vorgegeben werden und in zwei Minuten daran anknüpfend ein Text geschrieben wird. Diese Rohtexte sind dann nachträglich editiert worden. Dabei wurden Wortwiederholungen gestrichen, der Text orthografisch und grammatikalisch überarbeitet und Titel vergeben. Der Ursprungscharakter ist jedoch nicht verändert worden.

Zusammenfassend ist also mindestens zweierlei entstanden: Erstens Texte die deutlich werden lassen, dass unterschiedlichen Perspektiven auf Geschichte diese in verschiedenen Schwerpunktsetzungen und Interpretationen zeigen. Und zweitens geht es weiter. Der nächste Workshop wird im Rahmen der Frauenkulturtage unter dem Titel „Biografie als Heimat. Kreativ Schreibend entdecken“ am 7. und 8. November stattfinden. Voranmeldungen über fzweiberwirtschaft@arcor.de oder  0345–2024331.
Ich danke allen Teilnehmerinnen für ihr vertrauensvolles Einlassen und für gemeinsames Erinnern, Schreiben und Entdecken.

Jeannette Drygalla

Details | Texte des Workshops

Interview beim Radio Corax mit Jeannette Drygalla und Nicole Thies

Frauenpolitik Konkret

Frauenpolitische Bildung

Das Frauenzentrum Weiberwirtschaft ist etablierter und kompetenter Ansprechpartner für frauenpolitische Themen (z. B. historisches Hintergrundwissen zu relevanten aktuellen Themen, gender mainstreaming, Gleichstellungspolitik).

Die Auseinandersetzung mit dem frauenpolitischen Alltagsgeschehen ist Prämisse des Projektes. Politische Diskussionen werden aufgegriffen und angeregt, die frauenspezifische Belange und Sichtweisen berücksichtigen und einfordern. Frauen werden ermutigt, sich in politische Belange einzumischen und aktiv zu werden. Auch im Hinblick auf knapper werdende Mittel der öffentlichen Hand soll die Diskussion für eine Stärkung frauenpolitischer Interessen am Leben erhalten werdenund eine kontroverse Einmischung in politische Diskussionen erfolgen.

Ziele:

  • Erhöhung der Allgemeinbildung von Frauen unter Einbeziehung gleichstellungspolitischer Forschungsergebnisse (z. B. gender mainstreaming, diversity Konzept)
  • Begeisterung von Frauen und Mädchen für politische Arbeit, Aktivierung persönlicher Ressourcen
  • Erhöhung des Engagements von Frauen hinsichtlich der selbstbewussten und -bestimmten Vertretung der eigenen Interessen (Übernahme von Verantwortung)
  • Schaffung und Förderung von  Netzwerkstrukturen
  • aktive Einflussnahme von Mädchen und Frauen auf politische Entscheidungsträgerinnen

 

Regelmäßige Veranstaltungen:

  • Großveranstaltung zum 8. März
  • Tag gegen Gewalt an Frauen am 25.11.
  • Equal Pay Day
  • Tag des Ehrenamtes
  • Workshops
  • Tagungen
  • Vorträge
  • Podiumsdiskussionen